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ISIN und WKN erklärt – So identifizieren Sie Wertpapiere eindeutig

Jedes Wertpapier hat eine eindeutige Identifikationsnummer. Dieser Ratgeber erklärt den Aufbau von ISIN und WKN, die Unterschiede zwischen beiden Systemen und wie Sie die ISIN nutzen, um eine OTC-Aktie zu kaufen.

1. Was ist eine ISIN?

Die ISIN (International Securities Identification Number) ist eine international standardisierte, 12-stellige alphanumerische Kennung, die ein Wertpapier weltweit eindeutig identifiziert. Sie wurde 1981 von der ISO (International Organization for Standardization) als ISO-Standard 6166 eingeführt und ist heute global der Identifikationsstandard für Aktien, Anleihen, Fonds und andere Wertpapiere.

Für OTC-Anleger ist die ISIN das wichtigste Werkzeug: Wenn Sie bei Ihrer Bank eine Order für eine OTC-Aktie erteilen, müssen Sie die ISIN angeben, damit die Bank weiß, welches Wertpapier Sie meinen.

Auf dieser Website: Für jede bei Valora gehandelte OTC-Aktie finden Sie auf dieser Website die vollständige ISIN und WKN. Notieren Sie diese, bevor Sie Ihre Bank kontaktieren.

2. Aufbau und Struktur der ISIN

Eine ISIN ist immer 12 Zeichen lang und folgt einem festen Schema:

Position Länge Inhalt Beispiel
1–2 2 Buchstaben Ländercode (ISO 3166-1) DE = Deutschland
3–11 9 Zeichen Nationale Wertpapierkennung (bei DE: die WKN + Auffüllzeichen) 000123456
12 1 Ziffer Prüfziffer (Luhn-Algorithmus) 7

Beispiel: Die ISIN DE0005140008 gehört zur Deutsche Bank AG. Die ersten beiden Zeichen "DE" bedeuten Deutschland, die folgenden 9 Zeichen enthalten die WKN (514000), und die letzte Ziffer "8" ist die Prüfziffer.

Bei deutschen Wertpapieren (Länderkürzel DE) enthält die ISIN immer die WKN als Teilkomponente. Dies macht die Umrechnung zwischen den beiden Systemen einfach.

Was bedeuten verschiedene Ländercodes?

DE = Deutschland US = USA GB = Großbritannien CH = Schweiz AT = Österreich

OTC-Aktien aus dem Valora-Universum haben fast ausschließlich die Länderkennung DE, da es sich um deutsche Aktiengesellschaften handelt.

3. Was ist eine WKN?

Die WKN (Wertpapierkennnummer) ist das deutsche Pendant zur ISIN – ein national verwendeter, 6-stelliger alphanumerischer Code, der in Deutschland Wertpapiere identifiziert. Die WKN wurde lange vor der ISIN eingeführt und ist historisch gewachsen.

Die WKN wird in Deutschland von der Deutsche Börse AG (Clearstream) vergeben. Sie ist 6 Stellen lang und kann Ziffern und Buchstaben enthalten (außer I und O, die zu oft mit 1 und 0 verwechselt werden).

Beispiel: WKN 514000 = Deutsche Bank AG

4. Unterschied: ISIN vs. WKN

Merkmal ISIN WKN
Gültigkeitsbereich International (weltweit) National (nur Deutschland)
Länge 12 Zeichen 6 Zeichen
Vergabe durch Nationales Nummerierungsbüro (in DE: Clearstream) Deutsche Börse / Clearstream
Prüfziffer Ja (letzte Stelle) Nein
Verwendung International, bei Orders, in Datenbanken Historisch in Deutschland, noch weit verbreitet
Verhältnis zueinander Enthält WKN bei deutschen Papieren Ist Teil der ISIN (Positionen 5–10)

In der Praxis: Wenn Sie eine ISIN haben, brauchen Sie keine WKN – und umgekehrt. Für Orders bei deutschen Banken reicht entweder ISIN oder WKN, aber die ISIN ist bevorzugt, da eindeutiger und international verwendbar.

5. ISIN beim Kauf einer OTC-Aktie nutzen

Wenn Sie eine OTC-Aktie kaufen möchten, ist die ISIN der Schlüssel zum Kauf:

1
ISIN der gewünschten Aktie notieren

Suchen Sie auf dieser Website die Aktie, die Sie kaufen möchten, und notieren Sie die vollständige ISIN (12 Stellen, beginnt mit "DE" für deutsche Aktien).

2
ISIN Ihrer Depotbank mitteilen

Beim Telefon-Order nennen Sie der Bank die ISIN, die Stückzahl und ggf. ein Kurslimit. Die Bank leitet die Order an Valora weiter.

3
Abwicklung per ISIN

Nach dem Kauf erscheint die Aktie in Ihrem Depot mit ISIN und WKN. Überprüfen Sie, ob ISIN und Bezeichnung korrekt sind.

Weitere Informationen zum OTC-Handel und Glossarbegriffe finden Sie in unserem Börsen-Glossar sowie im Ratgeber zu Valora Effekten Handel.

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