Washington Post Aktie
Analyse vom 2011-03-14
Washington Post steckt in der Zwickmühle. Der schleichende Abwärtstrend des Verlagswesens hält an. Im 4. Quartal 2010 sanken die Umsätze in dieser Sparte um 3% und die Werbeeinnahmen gingen um 12% gegenüber dem Vorjahr zurück. Immer mehr Werbebudgets fließen den digitalen Angeboten zu. In der V ergangenheit konnte diese Tendenz durch den Erfolgskurs der Bildungssparte kompensiert werden. Diese hat aber einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen müssen. Das amerikanische Bildungsministerium denkt über eine so genannte „Gainful Employment Rule“ nach, die zu einer höheren Abschlussquote bei den Bildungsanbietern führen soll. Andernfalls würde der Zugang zu öffentlichen Krediten wegfallen. Um dem vorzubeugen, hat der Konzern die Standards angehoben. Die Qualität der Studenten soll damit verbessert werden. Diese Maßnahmen machten sich im 4. Quartal deutlich bemerkbar: Die Studentenschaft ging um 8% zurück und die Zahl der Neueinschreibungen halbierte sich sogar. Auf die Gesamtjahreszahlen hatte das noch keinen Einfluss. Der Umsatz stieg 2010 auf 4.723 Mio € und der operative Gewinn konnte mehr als verdoppelt werden. Wir gehen aber davon aus, dass die oben beschriebenen Entwicklungen sich mit einer gewissen Phasenverschiebung in den Zahlen widerspiegeln werden. Die Erhöhung der Quartalsdividende auf 2,35 $ pro Aktie sehen wir skeptisch und zweifeln die Nachhaltigkeit an.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
Analyse vom 2010-09-13
Washington Post hat solide Halbjahreszahlen präsentiert. Der Umsatz stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 12%. Zum Wachstum konnten alle Segmente bis auf die Zeitungssparte beitragen. Diese befindet sich seit Jahren im Abwärtstrend. Einen Schnitt hat der Konzern jetzt bei der Zeitschrift Newsweek gemacht. Sie wurde verkauft, da sie trotz massiver Kosteneinsparungen nicht in die Gewinnzone zurückgeführt werden konnte. Für das 2. Halbjahr rechnen wir konzernweit aus unterschiedlichen Gründen mit einem niedrigeren Wachstum. Die Kaplan Bildungssparte muss sich auf Gegenwind einstellen. Erstens, sollte der Arbeitsmarkt in den USA wieder anspringen, werden sich weniger Menschen bei Bildungsprogrammen einschreiben. Zweitens, der private Bildungssektor steht in den USA auf dem Prüfstand. Die Studenten nehmen in hohem Maße öffentliche Kredite in Anspruch und können diese oft nicht zurückzahlen. Das Bildungsministerium untersucht jetzt die Rekrutierungspraktiken, die Qualität der Programme und insbesondere die Kreditausfallquoten der einzelnen Institute. Kaplan kam im Schnitt lediglich auf eine Rückzahlungsquote von 28%. Es besteht folglich die Möglichkeit, dass Kaplans Studenten der Zugang zu öffentlichen Krediten erschwert oder sogar verweigert wird. Das würde die Ergebnisse des Konzerns massiv belasten; Kaplan generiert 58% der Gesamtumsätze. Die regulatorische Gestaltung bleibt abzuwarten.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
