Toyota Aktie

Analyse vom 2010-11-15

Toyota ist wieder in den schwarzen Zahlen. Der Konzern steigerte im 1. Halbjahr den Umsatz um 15,5% und schrieb nicht zuletzt dank der Sparte Finanzdienstleistungen einen Gewinn von 289,2 Mrd Yen. Japan und Europa meldeten operativ noch Verluste. Der Absatz wuchs um 18,7% auf 3,72 Mio Fahrzeuge, im Heimatmarkt Japan um 20,2% und im Ausland um 18,1%. Toyota macht der starke Yen offenbar mehr zu schaffen als der heimischen Konkurrenz. Denn der Konzern hob seine Jahresprognose für den Gewinn nur leicht auf 350 Mrd Yen an, die Umsatzprognose wurde sogar auf 19.000 Mrd Yen gesenkt. Das Absatzziel lautet 7,41 Mio Fahrzeuge. Die kommenden Quartale werden nicht einfacher. Toyota erwartet Nachfragerückgänge in Europa und den USA sowie in Japan wegen des Wegfalls staatlicher Kaufanreize. Selbst in China läuft das Geschäft nicht mehr wie gewohnt. Im Oktober kam es dort zu einem Absatzrückgang um 6%. Hinzu kommt, dass die Pannenserie nicht abreist. Wegen klemmender Gaspedale, rutschenden Fußmatten und falsch programmierten Bremssystemen musste Toyota in diesem Jahr schon mehr als 10 Mio Autos in die Werkstätten zurückbeordern. Neu auf der Rückrufliste sind Lenkprobleme beim Kleinwagen IQ. In einer US-Klage wird dem Konzern sogar vorgeworfen, er habe die Probleme bei den Autos schon vor dem Rückruf gekannt und versucht, diese zu vertuschen, indem er defekte Autos heimlich aufkaufte.

Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”


Analyse vom 2010-05-17

Trotz Rückrufdesaster hat Toyota das Jahr mit schwarzen Zahlen abgeschlossen. Der Umsatz ging jedoch um 7,7% zurück, fiel aber besser aus als erwartet. Der Absatz sank um 4,4% auf 7,24 Mio Fahrzeuge. Zuwächse gab es aber auf dem Heimatmarkt und im restlichen Asien. Besonders gefragt war der Prius. Toyota profitierte vor allem von seinem Sparkurs – die Kosten wurden um 990 Mrd Yen gesenkt – und den aggressiven Werbemaßnahmen in den USA, die trotz der beispiellosen Pannenserie zahlreiche Kunden zurück in die Autohäuser lockten. Der Konzern musste wegen unterschiedlicher Defekte weltweit mehr als 8 Mio Fahrzeuge zurückrufen. In den USA wurde Toyota vorgeworfen, die Fahrzeuge zu spät in die Werkstätten zurückgerufen zu haben. Der Konzern bestritt ein Fehlverhalten, erklärte sich aber zur Zahlung einer Geldbuße von 16,4 Mio $ bereit. Es kann aber noch dicker kommen. Sollte eine Sammelklage in den USA Erfolg haben, drohen Toyota Schätzungen zufolge mehr als 10 Mrd € Strafe. Das laufende Jahr beurteilt Toyota vorsichtig und rechnet mit einem Umsatz von 19.200 Mrd Yen und einem Gewinn von 310 Mrd Yen. Die Kosten sollen nochmals um 800 Mrd Yen reduziert werden. Der Absatz soll leicht auf 7,29 Mio Fahrzeuge steigen. Auch die Qualitätskontrolle soll deutlich verbessert werden. Erste Fortschritte wurden bereits erzielt. Im April gab es in den USA schon wieder Absatzzuwächse von 24,4%.

Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”

ältere Analysen:

Nr. Erscheinungsdatum
1 Analyse vom 2009-11-16
2 Analyse vom 2009-05-18
3 Analyse vom 2008-11-17
4 Analyse vom 2008-05-19
5 Analyse vom 2007-11-13
6 Analyse vom 2007-05-15
7 Analyse vom 2006-11-14
8 Analyse vom 2006-05-15
9 Analyse vom 2005-11-14