Industrieholding Cham Aktie
Analyse vom 2011-02-14
Erstmals nach 5 Quartalen mit Gewinnanstiegen ist der Gewinn von Canon im 4. Quartal 2010 im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft. Aufgrund höherer Forschungs- und Entwicklungskosten und des starken Yen sank das operative Ergebnis um 10%. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Konzern seinen operativen Gewinn hingegen um 79% und den Umsatz um 15% steigern. Die Yen-Stärke stellt ein strukturelles Problem für den Konzern dar. 78% der Umsätze werden im Ausland erwirtschaftet, aber rund 60% der Fertigungsstätten befinden sich in Japan, sodass die Margen sowohl von der Umsatz- als auch der Kostenseite unter Druck geraten. Um weniger stark vom Yen abhängig zu sein, plant Canon in Europa und den USA zu investieren. Ein erster Schritt war die Übernahme des niederländischen Druckspezialisten Océ, mit der man zum Marktführer aufstieg. Fürs laufende Jahr ist der Konzern optimistisch. Aufbauend auf einer hohen Nachfrage nach den Eos- und Ixus-Digitalkameras, der Expansion in Schwellenländer und weiterer Kostensenkungen strebt Canon beim operativen Gewinn ein Plus von 21% an. Der Gesamtumsatz soll um 10% gesteigert werden. Im Gesamtjahr sollen 30 Mio Kameras verkauft werden. Um das Umsatzwachstum zu beschleunigen und neue Geschäftsbereiche zu erschließen, plant Canon in den kommenden 5 Jahren Firmenübernahmen im großen Stil vor allem im Bereich der Medizin- und Industrietechnik durchzuführen. Das Akquisitionsvolumen soll 1 Bio Yen betragen.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
Analyse vom 2010-08-16
Canons Geschäfte haben wieder an Fahrt gewonnen. Der Umsatz konnte im 1. Halbjahr um 16,5% gesteigert werden und der operative Gewinn vervierfachte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahlen müssen aber vor dem Hintergrund der sehr schwachen 2009er Halbjahreszahlen betrachtet werden. Für das Gesamtjahr hat das Management einen Umsatz von 3.750 Mrd Yen und einen Gewinn von 240 Mrd Yen in Aussicht gestellt. Die Krise ist damit für Canon noch lange nicht passé. Der Ausblick entspricht dem Umsatzniveau des Jahres 2005 und die daraus abzuleitenden Rentabilitätskennzahlen, wie operative Marge und Umsatzrendite, liegen weiterhin deutlich unterhalb der Vorkrisenniveaus. Mit einem ausländischen Umsatzanteil von knapp 80% wirkt sich die Yen-Aufwertung belastend aus, aber auch auf hausgemachte Probleme, wie die defizitäre Industriesparte, muss der Konzern eine Antwort finden. Langfristig sehen wir Canon gut positioniert und glauben, dass der Konzern gestärkt aus der Krise hervorgehen wird und kleineren Rivalen Marktanteile abringen kann. Für Canon sprechen unter anderem die hohe Markenbekanntheit, die starke Kundenbindung, die solide Bilanz und die niedrigen Kostenstrukturen, die es dem Konzern ermöglichen, einen höheren freien Cashflow als Konkurrenten wie beispielsweise Sony zu generieren.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
