General Motors Aktie
Analyse vom 2010-11-15
GM macht sich fit für den Börsengang am18. November. Zuvor werden noch die Finanzen in Ordnung gebracht. Der Konzern gibt 11 Mrd $ für die Rückzahlung eines Teils seiner Restschulden aus. Das Geld stammt aus der eigenen Kasse, die durch ausgezeichnete Geschäfte in Nordamerika und im Export, vor allem nach China, gut gefüllt ist. Dies zeigten bereits die 9-Monats-Zahlen. Der Konzern zahlt Schulden beim Staat und beim Gesundheitsfonds der Gewerkschaften zurück. Daneben sichert sich GM eine Kreditlinie über 5 Mrd $ für die nächsten 5 Jahre, um die Fabriken zu modernisieren und in spritsparende Modelle zu investieren. Für die Mitarbeiter wird ebenfalls Vorsorge getroffen. Für deren Pensionen legt GM rund 6 Mrd $ zurück. Neben Bargeld setzt der Konzern für diesen Betrag auch eigene Aktien ein. Ingesamt werden 365 Mio Stammaktien zum Preis von 26 bis 29 $ pro Aktie ausgegeben. Daraus errechnet sich ein Erlös von maximal 10,6 Mrd $. Hinzu kommen Vorzugsaktien, die 3 Mrd $ einbringen sollen. Der Staatsanteil wird nach dem Börsengang in einem ersten Schritt von 61 auf 44% sinken. Langfristig will sich der Staat aber von allen Aktien trennen. GM bemüht sich um Vertrauen bei seinen künftigen Aktionären. Im Börsenprospekt wird aber ein Risikofaktor genannt, der alles andere als vertrauenerweckend ist: GM ist nicht in der Lage, verlässliche Finanzergebnisse vorzulegen. Vor diesem Hintergrund sind auch wir nicht in der Lage, halbwegs realistische Ergebnisschätzungen abzugeben.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
Analyse vom 2010-05-17
GM hat seine Verlustserie auch nach der Sanierung in der Insolvenz fortgesetzt. Für die Zeit nach dem Ende des Insolvenzverfahrens am 10.7.2009 meldete der Konzern einen Verlust von 4,3 Mrd $, aber auch einen positiven operativen Cashflow von 1 Mrd $. Der Umsatz lag bei 57,5 Mrd $. Allein im 4. Quartal fiel ein Verlust von 3,4 Mrd $ an. Die Jahreszahlen waren dagegen von den staatlichen Finanzhilfen geprägt. Der Absatz stieg im 4. Quartal um 14,6% auf 1,95 Mio Fahrzeuge. Im Gesamtjahr verkaufte der Konzern 7,48 Mio Autos, was einem Rückgang von 10,6% entspricht. Der Weltmarktanteil schrumpfte von 12,4 auf 11,6%. Dieses Jahr will GM zumindest operativ in die Profitabilität zurückkehren. Besonders wichtig ist für den Konzern China, wo GM mehr Autos verkauft als in irgendeiner anderen Region und wo der Konzern der Konkurrenz kontinuierlich Marktanteile abjagt. GM hatte 2009 mit staatlichen Hilfen von mehr als 50 Mrd $ ein Insolvenzverfahren durchlaufen. Die Hilfen wurden größtenteils in Konzernbeteiligungen umgewandelt. Die amerikanische und kanadische Regierung hoffen, diese Finanzspritzen bei dem geplanten Börsengang des neuen GMKonzerns zurückzubekommen, wenn sie dabei ihre Beteiligungen verkaufen können. Daneben standen 8,4 Mrd $ als Schulden in den Büchern, die GM vor kurzem vollständig beglichen hat. Der Konzern hat sich bei der Rückzahlung allerdings aus einem Treuhandkonto bedient, das ebenfalls aus staatlichen Mitteln gespeist worden ist.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
