Dyckerhoff Aktie
Analyse vom 2010-11-15
Die für 1,1 Mrd € an Intel verkaufte Handychip-Sparte verabschiedet sich mit Anstand. Dank des Smartphone-Booms erwirtschaftete sie in den ersten 9 Monaten 883 Mio € Umsatz und 50 Mio € Betriebsgewinn. Infineon hat Ende September zum vierten Mal seine Jahresprognose nach oben geschraubt. Aber auch die Bereiche Automotive und Industrial haben Anteil an den besseren Aussichten. Der Konzern erwartet jetzt ein Umsatzwachstum von rund 50% sowie eine operative Marge zwischen 13 und 14%. Daraus errechnet sich ein Gewinn von etwa 450 Mio €. Nach dem Verkauf der hoch zyklischen Geschäfte ist Infineon jetzt wesentlich stabiler. Die übrig gebliebenen Bereiche Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheitslösungen schwanken deutlich weniger und sind langfristig ertrags- und wachstumsstärker. Für die kommenden Jahre stellte Infineon deshalb im Schnitt ein zweistelliges Umsatzwachstum im fortgeführten Geschäft bei weiter steigenden Margen in Aussicht. Ein Festhalten an den Handychips wäre wegen hoher Investitionen in Forschung- und Entwicklung und immer kürzerer Produktzyklen mit hohen Risiken verbunden gewesen. Der Verkaufserlös hat den Cash-Bestand auf deutlich über 2 Mrd € getrieben. Offen ist, was Infineon mit dem Geld macht. Alle Sparten sind gut ausgelastet. Bei Chips für Autobauer und Industriekunden hat die Produktion schon Spitzenniveau erreicht. Weitere Steigerungen wären nur mit Zukäufen möglich. Passen würden Micronas oder Elmos.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
Analyse vom 2010-05-17
Infineon ist zurück. Der Umsatz stieg im 1. Halbjahr um 40%, der Gewinn lag bei 144 Mio € und das Segmentergebnis bei 198 Mio €. Besonders die starke Nachfrage aus der Auto-, Windkraft- und Solarindustrie bescherte Infineon volle Auftragsbücher. Da die Lager der Kunden weiter aufgefüllt werden müssen, dürfte sich auch das 2. Halbjahr positiv entwickeln. Infineon hat daher seine Jahresprognose angehoben und erwartet jetzt ein Umsatzwachstum von knapp 40% sowie eine Marge von mehr als 10% bezogen auf das Segmentergebnis. Unter dem Strich würde sich ein Gewinn von etwa 280 Mio € ergeben. Der Optimismus resultiert aus dem anhaltend günstigen Branchenumfeld, striktem Kostenmanagement, den Produktivitätszuwächsen, den zukunftsträchtigen Produkten und der Euro-Schwäche. Mittelfristig lautet das Margenziel 15%, das mit einem neuen Effizienzprogramm erreicht werden soll, welches Infineon noch flexibler, schneller und produktiver machen soll. Hinter der Nachhaltigkeit des Aufschwungs stehen Fragezeichen. Die bisher gute Entwicklung beruht hauptsächlich auf dem Wiederaufbau der Lagerbestände bei den Kunden. Wenn die Lager voll sind, wird das Wachstum an Fahrt verlieren – vielleicht schon am Jahresende. Für Infineon spricht die starke Position im Bereich Automotive. Das Unternehmen könnte mit seinen Produkten zum Wegbereiter einer bezahlbaren Elektromobilität werden. Zudem könnte Infineon für Big Player wie Intel interessant werden. Denn Infineon liefert Komponenten für Apples iPhone und iPad.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
