Bobst Aktie
Analyse vom 2011-02-14
Schon im 1. Halbjahr ging es bei Bobst wieder deutlich nach oben. Der Umsatz wuchs um 20% und der Verlust hat sich gedrittelt. Im 2. Halbjahr dürfte es angesichts der guten Auslastung der Produktionskapazitäten noch besser gelaufen sein. Immerhin lag der Auftragsbestand Ende Juni 40% über dem Wert zu Jahresbeginn. Bobst hatte deshalb seine Umsatzprognose leicht auf 1,25 bis 1,3 Mrd SFr erhöht. Zudem stellte Bobst auf operativer Ebene schwarze Zahlen in Aussicht. Beim Nettoergebnis sind Sondereffekte zu beachten. Zum einen sind 15 Mio SFr Transformationskosten und zum anderen ein Buchgewinn von 75 Mio SFr vor Steuern aus dem V erkauf von Immobilien angefallen. Hinzu kommt ein nicht bekannter Erlös aus dem Verkauf der britischen Tochter Atlas Converting Equipment. Dieses Jahr will Bobst mit Innovationen punkten. Die neuen Flexodruck- und Prägefoliendruckmaschinen setzen neue Maßstäbe bezüglich Präzision, Qualität, Produktivität und Bedienungsfreundlichkeit und stießen bei ihrer Präsentation im Herbst auf reges Interesse. Zudem strebt Bobst in China die Marktführerschaft bei Verpackungsmaschinen an. Durch die Übernahme der Gordon Ltd. im Oktober hat Bobst auf einen Schlag einen Marktanteil von mindestens 20% erlangt, der sich mittelfristig auf 50% erhöhen könnte. Bisher hat Bobst kaum vom Wachstum in China profitiert. Jetzt aber kann der Konzern Maschinen anbieten, die einfach und günstig genug sind, um in China zu bestehen. Hohes Wachstumspotenzial sieht Bobst besonders im Bereich Lebensmittelverpackungen.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
Analyse vom 2010-08-16
Die Schweizer Verpackungsindustrie hat die Wirtschaftskrise deutlich zu spüren bekommen. Der Umsatz in der Branche sank 2009 um 10% auf 6,2 Mrd SFr. Besonders gelitten haben Anbieter von Verpackungsmaschinen wie Bobst, die ein Minus von 18% verzeichneten, weil in der Krise bei Investitionen gespart wird. Zudem ist der Handel zunehmend auf günstigere Verpackungen wie Plastikfolien und Plastiksäcke umgestiegen. Bei Bobst lief es im letzten Jahr noch schlechter als in der Branche. Der Umsatz brach um mehr als ein Drittel ein und der Konzern rutschte tief in die roten Zahlen. Dank der planmäßig verlaufenden Restrukturierung erwartet Bobst dieses Jahr ein signifikant besseres Betriebs- und Nettoergebnis. Das Umsatzziel von 1,25 Mrd SFr wurde bestätigt. Bobst sprach von einem höheren Auftragsbestand als Anfang 2009, der die Kapazitäten besser auslastet. Auch die Bestellungen würden wieder anziehen. Von einem planmäßigen Verlauf der Restrukturierungen kann kaum die Rede sein. So werden die Kosten für die Zusammenlegung von Produktionsstätten jetzt auf rund 180 Mio SFr geschätzt, statt auf 130 Mio SFr. Zudem wird die Maßnahme erst Ende 2012 abgeschlossen sein und damit 1 Jahr später als geplant. Mangels Anhaltspunkte sind Ergebnisschätzungen schwierig. Bobst nennt keine konkreten Auftragszahlen und veröffentlicht auch keine Quartalsergebnisse. Der Halbjahresbericht kommt erst am 1. September. Dieses Jahr erwarten wir ein operatives Resultat nahe der Nulllinie.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
