TUI Aktie

Analyse vom 2011-01-17

Mit Reisen und Hotels hat TUI im letzten Jahr operativ kaum Geld verdient. Lediglich die Reederei Hapag-Lloyd, an der der Konzern noch zu 43% beteiligt ist, sorgte dafür, dass TUI insgesamt schwarze Zahlen schrieb. Die Reederei steuerte 150 Mio € zum Konzerngewinn bei. Belastungen in Höhe von 127 Mio € wegen der Aschewolke aus Island drückten das Ergebnis in der Touristik. Der Jahresausblick war wenig konkret. Angesichts der aktuellen Buchungszahlen im Reisegeschäft rechnet TUI aber mit einem positiven Ergebnis. Das Ergebnis dürfte wegen der geplanten vollständigen Trennung von HapagLloyd ohnehin positiv ausfallen. Ein Verkauf oder Börsengang könnte gut 2 Mrd € in die Kasse spülen. Gestiegene Frachtraten und Transportmengen sollten der Garant für einen hohen Verkaufserlös sein. Zudem erwartet TUI aus dem Verkauf von Immobilien einen Zufluss von 325 Mio €. Mit dem Geld könnte der Konzern seine auf 4,5 Mrd € gestiegenen Finanzschulden abbauen. Möglich ist auch die Komplettübernahme der britischen Tochter TUI Travel. Auf jeden Fall ist der Ausbau der Touristik geplant: Das Kreuzfahrtgeschäft wird ab Mai durch ein zweites Schiff gestärkt. In Russland will TUI in den nächsten 2 Jahren eine führende Stellung einnehmen. Und in China hofft der Konzern auf eine Lizenz, um Auslandsreisen für Chinesen anbieten zu können. Dies alles klingt sehr vage. Eine überzeugende Erklärung, wie der Konzern ohne HapagLloyd dauerhaft auf Erfolgs- und damit Gewinnkurs kommen kann, blieb der Vorstand schuldig.

Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”


Analyse vom 2010-07-19

TUI ist auf Erholungskurs. Der Konzern hat das 2. Quartal mit einem positiven Ergebnis vor Abschreibungen abgeschlossen. TUI profitierte dabei von der Beteiligung an HapagLloyd. Die Reederei schaffte es, in den traditionell schwachen Wintermonaten operativ in die schwarzen Zahlen zurückzukehren. Mit dem Verkauf der Restbeteiligung von 43,3% hat es TUI jetzt nicht mehr so eilig, denn der Marktwert der Reederei steigt mit dem sich erholenden Containergeschäft. Ein Börsengang wäre die attraktivere Option. Der Konzern geht davon aus, dass sich der positive Trend bei den Lademengen und Frachtpreisen fortsetzen wird. Geld soll außerdem der Verkauf von Hapag-Immobilien einbringen. TUI erwartet einen Erlös von 150 Mio €. Die Touristik-Sparte leidet dagegen noch unter der schwachen Konjunktur. Hier sank der Umsatz um 6,5% auf 2,86 Mrd €. Durch die Kürzung des Hotel- und Flugangebots konnte der saisontypische Verlust aber deutlich verringert werden. Auch die Übertragung defizitärer Städteverbindungen der TUIfly auf Air Berlin brachte Entlastung. Die Buchungszahlen signalisieren, dass sich das Reisegeschäft im weiteren Jahresverlauf verbessern wird. Allerdings fallen auch Belastungen durch die Aschewolke aus Island an, die TUI mit rund 100 Mio € beziffert. Für TUI sprechen der früher als erwartete Turnaround bei Hapag-Lloyd und das gut laufende Kreuzfahrtgeschäft, das um einen Luxusliner erweitert wird. Insgesamt ist die Touristik-Sparte aber noch sehr schwach.

Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”

ältere Analysen:

Nr. Erscheinungsdatum
1 Analyse vom 2010-01-18
2 Analyse vom 2009-07-20
3 Analyse vom 2009-01-19
4 Analyse vom 2008-07-14
5 Analyse vom 2008-01-15
6 Analyse vom 2007-07-17
7 Analyse vom 2007-01-16
8 Analyse vom 2006-07-18
9 Analyse vom 2006-01-16