Volkswagen Aktie

Analyse vom 2010-11-15

VW hat seinen Höhenflug in den ersten 9 Monaten fortgesetzt. Der Umsatz stieg um 20%, der Gewinn hat sich auf 3,8 Mrd € versechsfacht und das operative Ergebnis auf 4,8 Mrd € mehr als verdreifacht. VW verbesserte damit die Marge auf 5,2%, im 3. Quartal sogar auf 6,5%. Beide Werte liegen über dem mittelfristigen Ziel von 5%. Der Absatz wuchs um 13% auf das Rekordniveau von 5,4 Mio Fahrzeuge. Angekurbelt wurde das Wachstum durch die starke Nachfrage in China, Westeuropa sowie Amerika. Auch finanziell ist der Konzern gut ausgestattet. Dank des hohen operativen Cashflow von 11,5 Mrd € hat sich die Nettoliquidität seit Jahresanfang um 85% auf 19,6 Mrd € erhöht. Zwar wird die Dynamik im Schlussquartal etwas nachlassen. Im Gesamtjahr sollte der Konzern aber in die Nähe der Rekordergebnisse der Jahre 2007 und 2008 gelangen. Die langfristigen Ziele sind ehrgeizig. VW will in den nächsten Jahren Toyota als Weltmarktführer ablösen und bis 2018 den Absatz auf mehr als 10 Mio Fahrzeuge steigern. Das angestrebte Wachstum bringt Vorteile: Die Kosten für die Entwicklung neuer Antriebstechniken wie Hybrid- oder Elektromotor können auf eine größere Zahl von Autos umgelegt werden. Bereits ab 2012 produziert VW unter Einsatz eines Baukastens, aus dem gleiche Teile für mehr als 30 Modelle verschiedener Marken entnommen werden. So können billige Autos für die mehr als 2 Mrd potenziellen Kunden in den Schwellenländern angeboten werden.

Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”


Analyse vom 2010-05-17

VW hatte einen rasanten Jahresstart. Im 1. Quartal stieg der Umsatz um 19,4%, der Absatz um 26% auf 1,7 Mio Fahrzeuge und der Gewinn um mehr als die Hälfte. VW profitierte hauptsächlich von guten Geschäften in China. Das Betriebsergebnis hat der Konzern auf 848 Mio € mehr als verdoppelt. Während Seat, Bentley, die Porsche-Beteiligung und die Nutzfahrzeuge Verluste schrieben, steuerten Audi und die Kernmarke VW 896 Mio € zum Ergebnis bei. Obwohl das 2. Halbjahr nach Auslaufen der Abwrackprämien schwieriger wird, erwarten wir 2010 etwas mehr Umsatz und einen kräftigen Gewinnanstieg. Wachstumspotenzial sehen wir vor allem in Asien. Auf seinem wichtigsten Absatzmarkt China wird VW 6 Mrd € investieren. Das Geld fließt in neue Standorte, Modelle und Antriebstechnologien. Mit der Suzuki-Beteiligung will VW den indischen Markt erobern. Porsche soll 2011 als 10. Marke in den Konzern integriert werden. Mit dem Erlös von 4,1 Mrd € aus der Kapitalerhöhung – es wurden 64,9 Mio neue V orzugsaktien ausgegeben – soll die schrittweise Übernahme von Porsche finanziert werden. Der Deal ist teuer, macht aber Sinn. Synergien in Produktion, Einkauf und Finanzen könnten das Betriebsergebnis langfristig um jährlich 700 Mio € verbessern. VW wird sich aber vermutlich noch mehr Geld am Kapitalmarkt beschaffen müssen, sonst wäre die Nettoliquidität von 14,2 Mrd € in der Auto-Sparte nach der 16 Mrd€ schweren Porsche-Übernahme aufgezehrt. Kapitalbedarf könnte im Fall einer Anteilsaufstockung bei Suzuki oder MAN entstehen.

Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”

ältere Analysen:

Nr. Erscheinungsdatum
1 Analyse vom 2009-11-16
2 Analyse vom 2009-05-18
3 Analyse vom 2008-11-17
4 Analyse vom 2008-05-19
5 Analyse vom 2007-11-13
6 Analyse vom 2007-05-15
7 Analyse vom 2006-11-14
8 Analyse vom 2006-05-15
9 Analyse vom 2005-11-14