DaimlerChrysler Aktie
Analyse vom 2006-05-15
Von einem guten Jahresauftakt kann bei DC keine Rede sein. Zwar fiel der Umsatz mit einem Plus von 17% auf Grund eines Absatzzuwachses von 6% auf 1,15 Mio Fahrzeuge unerwartet kräftig aus. Der Gewinn stieg aber lediglich um 3,8% auf 299 Mio Eur. Die Mercedes-Gruppe verbuchte sogar einen operativen V erlust von 678 Mio Eur, obwohl die V erkäufe um 14% auf 281.500 Autos anzogen. Hier belastete in erster Linie die kriselnde Kleinwagen-Sparte Smart das Ergebnis. Für deren Sanierung, insbesondere für die Einstellung des viersitzigen Modells, gab der Konzern knapp 1 Mrd Eur aus. Für die geplante Reduzierung der Belegschaft wurden weitere 203 Mio Eur verbucht. Nicht viel besser sah es bei Chrysler aus, wo sich der operative Gewinn auf 119 Mio Eur mehr als halbierte. Und auch die Nutzfahrzeuge konnten mit 426 Mio Eur nicht an das Vorjahresergebnis von 698 Mio Eur anknüpfen. Einzig die Finanzdienste überzeugten mit einem Zuwachs von 37% auf 448 Mio Eur. Mit seiner Jahresprognose von operativ 6 Mrd Eur blieb der Konzern ebenfalls unter den Erwartungen. 2005 waren es 5,2 Mrd Eur. Im kommenden Jahr will der neue Konzernchef Dieter Zetsche mit den bereits eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen eine operative Rendite von 7% erreichen. Helfen wird daneben die Reduzierung der EADS-Beteiligung von 30 auf 22,5%. Der geschätzte Erlös von 2 Mrd Eur dürfte sich mit der Hälfte positiv auf den Gewinn auswirken.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
Analyse vom 2006-11-14
Trotz guter Fortschritte bei der Sanierung der Marke Mercedes hat der Konzern die massiven Absatzprobleme in den USA nur teilweise ausgleichen können. Der befürchtete Rutsch in die Verlustzone blieb aber im 3. Quartal aus – dank der LKW-Sparte, die mit einem Rekordbetriebsgewinn von 556 Mio Eur überzeugte. Insgesamt halbierte sich der Betriebsgewinn auf 892 Mio Eur, obwohl bei Chrysler ein satter Verlust von 1,16 Mrd Eur zu Buche schlug. Auch unter dem Strich verdiente DC mit 541 Mio Eur nur noch halb so viel wie im Vorjahr. Dennoch glaubt der Konzern, in diesem Jahr sein kürzlich auf 5 Mrd Eur reduziertes operatives Gewinnziel erreichen zu können. 2005 waren es 5,19 Mrd Eur. Weil bei Mercedes, die LKW-Sparte und die Autofinanzierung besser laufen als gedacht, kann DC sogar die 200 Mio Eur verkraften, mit denen die Krise bei EADS das Ergebnis von Großaktionär DC schon in diesem Jahr belastet. Der Umsatz soll leicht über dem V orjahresniveau liegen. Im 3. Quartal ging er um 8% auf 35,2 Mrd Eur zurück. Der Absatz schrumpfte um 14% auf 1 Mio Autos. Schuld daran war vor allem der Einbruch bei Chrysler um fast ein Drittel. Mit großen Geländewagen und Vans treffen die Amerikaner den Geschmack der von steigenden Benzinpreisen geschockten Kunden nicht mehr. Jetzt sollen kleinere, sparsamere Modelle die Verkaufszahlen wieder ankurbeln. Die Produktion wird im Schlussquartal jedoch drastisch gedrosselt.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
