Commerzbank Aktie
Analyse vom 2010-11-15
Die Commerzbank hat im 3. Quartal ein operatives Ergebnis von 116 Mio € erwirtschaftet. Damit wurden aber die Erwartungen verfehlt. Eine nachhaltig gute Entwicklung zeigten nur die operativen Segmente der Kernbank. Hier hat die wichtige Mittelstandsbank mit 456 Mio € das beste Ergebnis in ihrer Firmengeschichte erzielt. Das Privatkundengeschäft ist dagegen noch von der Integration der Dresdner Bank belastet, wobei hier dank der Realisierung von Kostensynergien ein Überschuss von 27 Mio € anfiel. Belastend wirkte sich der Verlust von 404 Mio € im Segment „Asset Based Finance“ aus, bestehend aus der Schiffsfinanzierung und der Immobilien- und Staatsfinanzierung (Eurohypo). Auf der Grundlage von EU-Auflagen muss sich die Commerzbank bis Ende 2014 von der Eurohypo trennen. Wegen einer Neubewertung des künftigen Ertragspotenzials dieser Tochter wird die Bank in ihrem HGBEinzelabschluss eine Abschreibung in signifikanter Höhe vornehmen müssen. Die genaue Höhe des Wertberichtigungsbedarfs für den Buchwert der Eurohypo wird im März 2011 feststehen. Der HGB-Abschluss ist vor allem für die stille Einlage des Bundes (SoFFin-Einlage) maßgebend. Daher wird der Bund für 2010 keine Zinsen erhalten. Beim Konzernergebnis nach dem internationalen IFRS-Standard ergibt sich aber kein Abschreibungsbedarf. V orstandschef Blessing erwartet daher für 2010 einen Konzerngewinn von über 1 Mrd € nach IFRS.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
Analyse vom 2010-05-17
Die Commerzbank hat im 1. Quartal 2010 ihre operativen Erträge um über die Hälfte auf 3,6 Mrd € gesteigert. Der Zins- und Provisionsüberschuss legten kräftig zu. Treibende Kraft war aber das Handelsergebnis von 850 Mio €. Im Vorjahr war ein Verlust von 527 Mio € angefallen. Dabei hat das kapitalmarktnahe Kundengeschäft von der Markterholung profitiert. Die Commerzbank kehrte daher in die Gewinnzone zurück. Das operative Ergebnis lag bei 771 Mio €. Die Hauptkomponenten des Ergebnisses wurden in der Mittelstandsbank (302 Mio €) und bei Corporates & Markets (339 Mio €) generiert. Die Bank hat ihre Risikovorsorge bei den Privatkunden und der Mittelstandsbank deutlich zurückgefahren. Auch die neue Geschäftseinheit Portfolio Restructuring Unit schrieb mit 162 Mio € wieder schwarze Zahlen. Dieses Geschäftsfeld mit den zum Abbau geplanten Portfolios und strukturierten Anleihen profitierte von der verbesserten Marktliquidität. Im Vorjahr war ein hoher Verlust von 1,42 Mrd € angefallen, hauptsächlich im Handelsbereich. Einzig das Segment Asset Based Finance hat aktuell einen Fehlbetrag von 86 Mio € ausgewiesen. Hintergrund ist das schwierige Geschäft mit US-Gewerbeimmobilien. Der V orstand gab einen vorsichtigen Ausblick. Die Integration der Dresdner Bank verläuft gut, die Kostensynergien werden 2010 bei 1,1 Mrd € liegen. Die Basis für die operative Trendwende ist gefestigt, aber das Marktumfeld bleibt fragil.
Mit freundlicher Genehmigung der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG und “Die Aktien Analyse.”
